Förderungen

Österreich regelt seine Photovoltaik-Förderung neu

Großanlagen ab 200 kWp werden neu in die Tarifförderung aufgenommen, und die Investitionsförderung wird auf Anlagen mit bis zu 50 kWp Leistung erweitert.
Kleinere Anlagen haben dagegen das Nachsehen, sie sollen komplett aus der Tarifförderung fallen.

Kaum hat das österreichische Umweltministerium den Gesetzesentwurf zum neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) vorgelegt, zeigt sich die Photovoltaik-Branche verärgert. Denn kleinere PV-Anlagen zwischen 5 und 20 kWp sollen aus der Tarifförderung fallen und damit keine Vergütung mehr für ins Netz eingespeisten Überschussstrom bekommen. Die bisherige Regelung sah eine garantierte Abnahme für 13 Jahre vor, zuletzt für 7,67 Cent pro Kilowattstunde. Dafür werden Anlagen ab 200 kWp neu in die Tarifförderung aufgenommen.


  • Kleine Anlagen bis 20 kWp haben damit künftig nur noch Anspruch auf die Investitionsförderung, also auf einen Zuschuss beim Kauf.
    Sie liegt bei 250 Euro pro kWp und wird auch nach dem Wegfall der Tarifförderung nicht oder "nicht nennenswert" erhöht, sagte Umweltministerin Gewessler.
    Somit stehen kleine Anlagen jetzt deutlich schlechter da als vorher.
  • Um das auszugleichen, erwägt das Umweltministerium zwar, kleinere Anlagen in die neue Marktprämie einzubeziehen. Diese bekommt diejenige Anlage, die bei einer Ausschreibung mit dem niedrigsten Preis in den Markt geht.
    Das dürfte sich für die Betreiber von kleinen Anlagen aber nicht lohnen

  • Investitionsförderung: Die neuen Regelungen ab Jänner 2021
  • Bei der Investitionsförderung sind jetzt bis zu 50 kWp einer Anlage förderfähig. Die Förderung erfolgt als einmaliger Investitionskostenzuschuss. Seit 22.12.2021 gelten diese Fördersätze für neu installierte, im Netzparallelbetrieb geführte Photovoltaik-Anlagen:
  • 250 Euro/kWp für 0 bis 10 kWp
  • 200 Euro/kWp für jedes weitere kWp zwischen > 10-20 kWp
  • 150 Euro/kWp für jedes weitere kWp > 20 kWp bis 50 kWp
  • Eine PV-Anlage mit 12 kWp Leistung bekommt also 10 x 250 Euro + 2 x 200 Euro = 2.900 Euro Förderung. Für gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlagen (GIPV) gibt es einen Bonus in der Höhe von zusätzlich 100 Euro pro kWp.
  • Die Investitionsförderung steht natürlichen und juristischen Personen offen

  • Nachdem es 2021 keine Einspeisetarife mehr als zusätzliche Förderung gibt, sollte man sich überlegen, wie groß die Anlage dimensioniert sein soll

  • Folgende Möglichkeiten könnten Sie sich überlegen:
    1. Den Einbau eines Speichers, bei dem Sie den Eigenanteil am Stromverbrauch auf bis zu 100% erhöhen können.
    2. Teilnahme am Strommarkt mit den e-friends, hier haben Sie die Möglichkeit den überschüssigen Strom z.B. an Ihre Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde, Verein usw. zu verschenken oder am Marktplatz der e-friends teil zu nehmen und den Strom zu einem von Ihnen festgelegten Preis zu verkaufen - wir helfen Ihnen gerne
    3. Gründung einer Energiegemeinschaft: ab März 2021 sollte es möglich sein, regionale oder überregionale Energiegemeinschaften zu gründen, weitere Infos folgen, sobald die Regierung alle Einzelheiten bekannt gegeben hat!